Sichere Narkose bei Schönheitsoperationen: Abläufe, Risiken und individuelle Betreuung.
Vormedikation in der Anästhesie

Gut vorbereitet für die Narkose: Was Sie im Vorfeld über Ihre Medikamente wissen sollten
Ein bevorstehender operativer Eingriff erfordert eine sorgsame Planung – nicht nur für den Tag selbst, sondern oft schon Tage und Wochen davor. Eine Frage, die Patienten im Vorfeld besonders häufig beschäftigt, betrifft die tägliche Tabletteneinnahme: „Muss ich meine gewohnten Medikamente vor der Operation absetzen?“
Diese Sorge ist vollkommen verständlich. Schließlich stützen die täglichen Präparate wichtige Körperfunktionen im Alltag. Die beruhigende Nachricht vorab: Viele Ihrer gewohnten Medikamente können und sollen Sie im Vorfeld der Narkose ganz unbedenklich und lückenlos weiternehmen. Es gibt jedoch Ausnahmen, die eine frühzeitige Anpassung erfordern. Wir haben für Sie zusammengefasst, wie dieser Prozess sicher und Hand in Hand mit uns abläuft.
Der wichtigste Grundsatz: Vertrauen und das gemeinsame Vorgespräch
Die moderne Anästhesie zeichnet sich durch höchste Präzision und Individualität aus. Es gibt keine pauschalen Verbote, sondern immer eine auf Sie persönlich abgestimmte Planung. Ihr individueller Medikamentenplan ist für uns das wichtigste Instrument bei dieser Vorbereitung.
In unserem ausführlichen anästhesiologischen Vorgespräch – das in der Regel einige Tage vor der Operation stattfindet – nehmen wir uns viel Zeit für Sie. Wir gehen jedes Ihrer Präparate gemeinsam durch. Am Ende dieses Gesprächs erhalten Sie von uns eine klare, schriftliche Anleitung, welche Medikamente Sie bis zur Operation wie gewohnt weiternehmen, welche eventuell pausiert werden müssen und ab wann genau dies geschehen soll.
Unbedenklich: Was Sie meist lückenlos weiternehmen können
Die meisten Medikamente – wie etwa Blutdrucksenker, Herzmedikamente, Schilddrüsenhormone oder Asthma-Sprays – stützen lebenswichtige Funktionen und halten Ihren Körper im Gleichgewicht. Diese Stabilität ist auch während einer Narkose von unschätzbarem Wert. In der Regel führen Sie diese Therapien daher ganz normal und ohne Unterbrechung fort.
Frühzeitige Aufmerksamkeit: Blutverdünner und Gerinnungshemmer
Die wichtigste Ausnahme von dieser Regel betrifft blutverdünnende Medikamente (Gerinnungshemmer wie ASS, Pheprocoumon (z.B. Marcumar®️); Rivaroxaban (z.B. Xarelto®️), Apixaban (z.B. Eliquis®️) oder Clopidogrel (z.B. Plavix®️)). Diese Medikamente sind im Alltag essenziell, um das Risiko von Blutgerinnseln zu senken. Bei einem operativen Eingriff wünschen wir uns jedoch eine gut funktionierende, normale Gerinnung des Körpers, um das Risiko von Nachblutungen zu minimieren.
Manche dieser Präparate müssen aufgrund ihrer lang anhaltenden Wirkung bereits mehrere Tage vor dem Eingriff abgesetzt oder durch ein anderes, kurzzeitiger wirkendes Medikament (wie beispielsweise Heparin-Spritzen) ersetzt werden.
Wichtig: Niemals eigenmächtig handeln
Blutverdünner dürfen unter keinen Umständen eigenmächtig abgesetzt werden. Das Pausieren oder Umstellen dieser wichtigen Medikation erfolgt immer in einer eng abgestimmten, sicheren Absprache zwischen Ihrem behandelnden Kardiologen oder Hausarzt, den operierenden chirurgischen KollegInnen und uns als Ihrem Anästhesie-Team. Wir legen gemeinsam den exakten Zeitplan fest, damit Ihre Sicherheit zu jedem Zeitpunkt lückenlos gewährleistet bleibt.
Weitere Besonderheiten: Diabetes und Nahrungsergänzungsmittel
Neben Gerinnungshemmern gibt es noch zwei weitere Gruppen, auf die wir im Vorfeld gemeinsam einen genaueren Blick werfen:
Diabetes-Medikation: Da Sie am Tag der Operation nüchtern sein müssen, kann die gewohnte Einnahme von Blutzuckertabletten (wie Metformin) oder Insulin zu einer Unterzuckerung führen. Hier passen wir die Dosierung für den OP-Tag oder den Vortag im Gespräch genau an.
Pflanzliche Präparate und Nahrungsergänzungsmittel: Auch rein pflanzliche Mittel wie Johanniskraut, Ginseng, Knoblauch-Kapseln oder hochdosiertes Vitamin E können die Blutgerinnung oder die Wirkung von Narkosemitteln beeinflussen. Oft empfiehlt es sich, diese frei verkäuflichen Präparate etwa ein bis zwei Wochen vor der Operation vorsorglich zu pausieren.
Ihre Vorbereitung: Schritt für Schritt zum sicheren Gefühl
Um sich optimal auf unser Gespräch vorzubereiten, können Sie sich an diesen einfachen Schritten orientieren:
Vollständigen Medikamentenplan erstellen: Notieren Sie alle verschriebenen Medikamente inklusive der genauen Dosierung.
Freiverkäufliche Mittel erfassen: Vergessen Sie nicht, auch Vitamine, Schmerzmittel (wie Ibuprofen oder Aspirin) und pflanzliche Präparate aufzuschreiben.
Vorgespräch nutzen: Stellen Sie uns alle Fragen, die Ihnen am Herzen liegen. Wir erklären Ihnen genau den Fahrplan für die Tage vor und nach dem Eingriff.
In sicheren Händen
Unser oberstes Ziel ist es, dass Sie mit Gelassenheit und einem absolut sicheren Gefühl in Ihre Behandlung gehen. Indem wir Ihre gewohnte Medikation rechtzeitig und präzise anpassen, schaffen wir die beste Grundlage für eine sanfte Narkose und eine schnelle, unkomplizierte Genesung. Haben Sie Fragen? Wir sind jederzeit gerne persönlich für Sie da.


